Erwin Wurm — OMS kennen und erproben lernen

„OMS“ bedeutet „One minute sculpture“. Menschen folgen hier einer bestimmten Handlungsanweisung, die Erwin Wurm zuvor schriftlich, mündlich oder in einer Zeichnung festlegt hat und „erstarren“ in dieser Position eine Minute lang zur Skulptur. Museumsbesucher oder Passanten werden so zu lebendigen Kunstobjekten.

 

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Im Rahmen unserer Unterrichtseinheit zu Erwin Wurm konfrontierte Frau Heerdt uns zuerst mit Fotos seiner OMS. Diese Bilder regten mich zum Nachdenken an, weil hier Menschen in scheinbar alltäglichen Situationen abgelichtet sind…aber nur auf den ersten Blick…Die dargestellten (vermeintlich) „normalen“ Alltagssituationen „zwingen“ den Betrachter zum genauen Hinsehen. Viele seiner OMS fordern uns auf über eigene Verhaltensweisen nachzudenken. Sie sind provokant. Andere OMS sind einfach nur witzig und bringen uns zum Lachen.

Seit 1997 beschäftigt Herr Wurm sich mit der Erweiterung des herkömmlichen Skulpturenbegriffs: Seine Skulpturen sind lebendig und werden aus Menschen „gemacht“. Ihm geht es um eine Verbindung von Skulptur und Aktion, um eine Verbindung von Zeit- und Handlungsraum, um die Reproduzierbarkeit der Skulptur und den Einbezug des Publikums. Es geht aber auch um die Grenzen dieser Dinge.

Sein Werk umfasst sowohl Materialsskulpturen als auch Aktionen, Videos, Zeichnungen usw.. Wenn Wurm seine OMS „baut“, dann gibt er den beteiligten Menschen Handlungsanweisungen. Er beschreibt diesen Menschen, wie sie sich hinstellen, setzen, legen, gucken … sollen. Dann müssen sie eine Minute in dieser Position verharren, sodass sie zur OMS werden.

Besonders provokant ist das Beispiel aus einem Restaurant: Zwei Frauen sitzen sich gegenüber und unterhalten sich, während der Kopf eines Mannes im Ausschnitt einer der beiden Frauen steckt. Niemand der weiteren Gäste stört sich daran, im Gegenteil: Es scheint völlig „normal“ zu sein.
Während des Unterrichts hat Frau Heerdt uns in einer ersten Übung aufgefordert Gruppen zu bilden und eigene Handlungsanweisungen für OMS zu entwerfen, die wir dann auf dem Schulgelände nachgestellt haben. Die entstandenen Fotos haben wir im Anschluss daran geordnet: Was ist provokativ, was dekorativ?
Wir haben gelernt die Unterschiede zu sehen. Als Hausaufgabe sollten wir uns dann provokante OMS für Wesseling überlegen, die den Betrachter auf Missstände in unserer Stadt aufmerksam machen und ihn zum Nachdenken bringen sollten.
Im Namen meiner Klasse bedanke ich mich bei allen Wesselingern, die uns so nett unterstützt haben!

(Auszüge aus dem Text von Tabea Thömke, 9a)

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